Stell Dir vor es ist Schule und …

Ja, und was? Mit der Fortsetzung dieser Frage habe ich seit kurzem eine twitter-Reihe gestartet (sehr sporadisch) und möchte gerne zur Diskussion und Ideenaustausch anregen! Aber steigen wir mal inhaltlich in dieses kritische Thema der deutschen Politiklandschaft ein, das unideologisch nicht besprochen werden kann.

Dieses Mal der Lehrer.

Der neuseeländische Forscher Hattie hat mit seiner gigantischen Metaanalyse die Faktoren guter Schule untersucht. Überraschenderweise auf Platz eins: der Lehrer. Eine fachlich wie didaktisch exzellente Lehrkraft entscheidet über den Erfolg der Schüler. Wie aber bekommen wir solche Lehrer? Indem wir die Berufswahl vom Abiturschnitt abhängig machen? Indem wir Lehrer die längste Zeit ihres Studiums Fachwissen lernen lassen und die Praxis ausblenden? Indem wir Referendare ins kalte Wasser schmeißen, sodass sie sich ein Leben lang nicht vom Alltagsschock erholen? Indem wir die praktische Abschlussprüfung als trainiertes Theaterstück im Klassenzimmer ablaufen lassen, wo die wichtigsten Kriterien der minutengenaue Ablauf ist? Wie kann es sein, dass die Lehrerbildung sich seit 100 Jahren so wenig verändert hat und die Zuständigen an den Universitäten lieber über den Sinn und Unsinn von Bologna streiten anstatt nach einer zukunftsgerichteten Lösung zu suchen? „Man darf nicht die Frösche fragen, wenn man den Sumpf austrocknen will.“, entgegnet der Schul- und Hirnfoscher Hüther trocken.

Angehende Lehrer sollten nach ihrer Motivation und Eignung ausgesucht werden, und nicht nach subjektiven Schulnoten. Neben einer fachlich exzellenten Bildung müssen sie didaktisch geschult werden nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft. Und bitte nicht nur theoretisch! Angeleitet in die Praxis, wo das Gelernte angewendet werden kann und stetiges Feedback die Reflexion fördert und Entwicklungen vorantreibt. Feedback muss ohnehin in den Schulalltag implementiert werden. Woher kommt eigentlich die Angst der Lehrer, von Schülern bewertet zu werden? Nur eine konstruktive Kritik fördert die stetige Entwicklung, behält den Spaß und Erfolg an der Arbeit bei und zeigt den Schülern, dass sie ernst genommen werden.

Nun, vielleicht schafft der Bund demnächst ein wenig zukunftsgerichtete Veränderung …

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