Vergänglichkeit des Glanzes

Luxus. Kaum ist das Wort ausgesprochen, hat es schon polarisiert. Jeder assoziiert andere Bilder mit diesem Begriff, jeder steht diesem Begriff anders gegenüber. ‚Lux’, das Licht, spiegelt den Glanz all dessen wider, was das Wort zu umschreiben versucht. Es steht für Verschwendung und Übermaß. Manche übersetzen es mit Genusssucht. Gemeinhin wird es als Abweichung von der Norm oder das über das soziale Maß Hinausgehende bezeichnet. Da zeigt sich auch schon die Relativität dieses Begriffes. Die Auffassung wechselt dabei nicht nur von Person zu Person, sondern auch von Epoche zu Epoche. Was  Luxus für den einen, ist Alltag für den anderen. Was einst begehrenswert, wird heute verachtet. Das gilt sowohl für Dinge als auch für Verhalten.

Ist es Luxus einen Artikel über Luxus zu schreiben? Darf man sich ohne Zweifel seine Pizza auf dem Bett liegend in den Mund schieben, während auf dem einen Notebook ein Film läuft und auf dem anderen Musik geladen wird, die zwei Handys auf dem Nachttisch bereit liegen, die lederne Tasche gepackt für den nächsten Wochenendtrip, Ray-Ban, iPod, handgefertigte Kopfhörer und die gebügelten Hemden parat? Oder ist es Luxus sich einfach zwei Stunden ans Ufer zu setzen und nichts zu machen? Die Antworten werden so verschieden sein wie die Antwortenden.

Darum geht es aber auch gar nicht. Jeder Mensch braucht Luxus. Jeder Mensch hat Luxus. Seinen Luxus. Seinen eigenen, ganz persönlichen. Das Problem: zu viele rennen dem beworbenen Luxus hinterher. Der, der hinter Schaufenstervitrinen steht und so schön glänzt. Das ist nicht falsch. Es ist vergänglich. Kaum hat man sich einen zusätzlichen Luxus gegönnt, ist die Euphorie verflogen. Das nächste Teil muss her. Dabei macht der Gedanke und das Planen daran mehr Freude als der Besitz. Ein weiterer Malus: man gewöhnt sich daran. Nach nicht all zu langer Zeit braucht man diese Dinge. Das wird dann schon schwieriger.

Was dagegen hilft: Genuss und Qualität mit Luxus gleichsetzen und sich danach richten. Außerdem tut die Abstinenz von all den Dingen gut. Eine Reise kann helfen. Danach lernt man alles mehr zu schätzen. Vor allem seinen eigenen, ganz persönlichen Luxus.

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Ein Gedanke zu „Vergänglichkeit des Glanzes

  1. So etwas liest man gern. Wie ein weiser Philosoph einmal sagte „Wir sind reich auch ohne Geld“.
    Höre ich da einen kleinen Hauch Selbstkritik heraus?

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